Die Hildesheim Verschwörung

Etwas geht hier nicht mit rechten Dingen vor.  Etwas stimmt nicht. Ich stehe derzeit am Hannover Hauptbahnhof und ja, es regnet. Mein Ziel des Abends war und ist: Hildesheim.

Hildesheim sollte allen Anzeichen nach eigentlich eine Stadt sein. Da bin ich mir sicher, dafür gibt es Beweise. 

Ein eigenes Kennzeichen, welches mit einem mit HI begrüßt, hatte ich schon öfter erspäht. 

Dazu noch Einträge, die ich in Archiven recherchiert hatte: 2005 erhielt Hildesheim die Auszeichnung in Silber beim kommunalen Blumenschmuckwettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“.

Alles eigentlich ganz klare Existenzbeweise. Doch schon in Hannover angekommen, kamen Bedenken. Etwas stimmte diesmal nicht, ich hatte ein flaues Magengefühl. 

Die S-Bahn fiel aus, die nächste käme erst in einer Stunde: eine Wahrnungsmaßnahme der Stadt Hannover an mich, ja nicht nach Hildesheim einzureisen? 

Was würde ich dort auffinden? Was würde mich dort auffinden??

Mein Interesse war geweckt, meine Angst jedoch auch. Doch ein Fall stand an und für Angst gibt es in diesem Job kein Platz. 

Ich steckte mir an Gleis 7 eine Pfeife an, paffte zweimal und erörterte die Möglichkeiten.

Vielleicht unterlag Hildesheim einem Spuk, vielleicht war ein eiskalter Killer auf freien Fuß. 

Wie ein Hilfeschrei kam die Bahn nun endlich kreischend vor mir zum Stehen. 
Ich setzte mich in S Bahn Transport und tuckerte durch den Nebel Richtung Unbehagen. 

Der Fall, wie auch der Zug nahmen bei Sarstedt eine Wendung. Ein Zeuge, ein alter Mann, fragte mich, ob wir schon in Hildesheim angekommen waren.

"Nein, erst Sarstedt mein gnädiger Herr", antwortete ich. 

Ein weiteres klares Indiz. Der Herr muss vermutlich dort, in Hildesheim, leben oder ein anderes Geschäft führen, gar jemanden besuchen. Dort gibt es also, wenn auch altes, noch lebendiges Leben und somit auch eine Stadt.

Im Zielbahnhof angekommen, benötigte ich einen Drink und besuchte das Etablissement "Bahnhofsdrogerie Rossmann". Die Stimmung war erdrückend. 

Ich musterte den Mann hinter dem Tresen, ein knallharter Kerl mit beißendem Blick. 

Ich reichte ihm nickend mein Bitburger Biergebräu und musterte ihn genau. 
Der Kerl schaute mich warnend an, seine grauen Augen zogen mich in einen beinharten Bann, welcher nur durch das biepen der Kassen gelöst wurde. 

"1,29", murmelte er.
129, 129... Ein Code?
1=A
2=B
9=I
Abi, Abitur? Nein! A.B.I. Achtung Bitburger Intoxikiert.

Das Bier ist vergiftet, wäre eine logische Schlussfolgerung. Vielleicht ist es auch ein Datum. 12.09. mein Geburtstag. Strafgesetzbuch § 129 "Bildung krimineller Vereinigungen", eine Mafia kann dahinterstecken.

Es gäbe viele Gründe mein Getränk nun nicht zu trinken und so schnell, wie möglich wieder umzudrehen. 

Ich mache es dennoch und bewandere die Straßen der vermutlichen Stadt.

Eine Ehe ist wie eine ausgebrannte Zigarette, sie ist vorbei, sagen sie. Ob es hier noch jemand Feuer hat?

Die vermutliche Stadt verhält sich sonderbar. Nicht typisch zu einer anderen Stadt. 

Ein rätselhaftes und unerklärliches Geschehens das jehenseits des menschlichen Begriffvermögens ist hier im Spiel. 

Eine Stadt, eine Uni-Stadt sogar, scheint leer, leblos, traurig, ein grauer Vorhang wurde über die Dächer gelegt.

Nach erster Inspektion bleibt also die Frage: Was war geschehen mit Hildesheim?? 

Ein Blick in ein leerstehendes Geschäft gab mir eine Einsicht. Der Fall wurde klarer. Hier gab es zwei Opfer. Hildesheim und ich.

Die Stadt lag im Kultursterben, ich auch. Ein Mord war geschehen.

In Hildesheim war alles leer und gruselig, bei mir auch. 

Und während etwas Hildesheim und mich langsam umbrachte wurde die Suche nach dem Täter immer dringender.

Schlaflos, führe ich meine Detektivsarbeit nachts ins Blaue weiter. 

Der Kragen meines Mantels ist hochgeklappt - eine Schutzmaßnahme gegen den möglichen Mörder und wehendem Wind. Jeder meiner Lederschritte hallte durch die leere Innenstadt.

 Ein riesiger Galeria-Kaufhof-Komplex, in dem die Poster mit der Aufschrift "Sale Now auf Alles, Alles muss Weg" vergilbten, thronte über mich. Sonderbar. 

Das Opfer wurde wohl also alleingelassen und ausgekauft. Ob hier noch geheizt wurde? 
Meine brennende Pfeife war mein letzter Lichtblick im Schatten der verlassenen Gebäude. 

Hier muss es doch noch eine Chance geben, das Opfer wiederzubeleben! Ein Feuer zu entfachen. 

Hat hier jemand bitte Feuer?





Ein neuer Fall für Detektiv Robstar Ronson

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