Pedros Puzzle - Eine kurze Kurzgeschichte
Pedro puzzelte schon lange. Früh hatte er angefangen die kleinen Farbformen aneinander zu stecken. Er war reisen und sah die Welt. Er verliebte sich schnell und stark, und meistens in die richtigen Leute. Er war erfolgreich, er hatte schließlich gut studiert.
Pedro war eigentlich zufrieden mit seinem Puzzle. Es war breit gewachsen, und zeigte viele verschiedene Wölbungen und Kanten. Doch dieses eine Loch dornte ihm schon immer im Auge. Gleich in der Mitte, über dem satten Gelb, klaffte ihm die Leere entgegen. Mit der Zeit konnte Pedro das Puzzle nicht mehr wertschätzen. Er versuchte sich noch immer in den Farben zu verlieren.
Das blühende Blau und Samtrot unterlagen jedoch dem kleinem Loch. Er ging auf die Suche nach dem fehlendem Stück. Oft brachte er neue Puzzleteile zum Tisch, nur um sie enttäuscht an die Seiten zu stecken. Das Puzzle wurde immer Größer, nur das Loch blieb gleich. Pedros Frustration wuchs mit dem Puzzle. Was würde passieren wenn er nie das Puzzle verenden könne? Er griff zu anderen Methoden.
Fremde Frauen, Flaschen und zu viel Selbstvertrauen verblassten die warmen Farben.
Das Loch blieb gleich. Zeit verging schnell- Pedro wurde wieder langsamer. Seine alternden Augen begannen sich an das Loch zu gewöhnen. Es stach nicht mehr. An einem schönen Sommervormittag, es muss ein Mittwoch gewesen sein, sah das Loch gar nicht mehr so gruselig aus. Es war wohl Teil des Puzzles und genau so richtig. Pedro begann das Loch zu begrüßen. Die Farben, einst verwaschen, kamen zurück und er erfreute sich an seinem vollendetem, großem Puzzle mit all den Wölbungen und Kanten, und dem kleinem Loch in der Mitte.
von Robinson Rönnfeld
![]() |
| Portrait von Alma Haser |

